Blick von oben auf die Hutoberfläche. Die Hutfarbe zeigt sich in verschiedenen Braunfärbungen - von sehr hellem Braun bis sehr dunklem Braun ist alles möglich
Der Hainbuchenröhrling ist ein typischer Vertreter der Raufußröhrlinge. Er zeichnet sich durch einen oft unebenen, "beuligen" Hut aus, dessen Oberfläche bei Trockenheit oft feldrig aufreißt. Sein Fleisch ist im Vergleich zu anderen Raufüßen recht fest, verfärbt sich aber bei Anschnitt charakteristisch: Es läuft zunächst rötlich-grau an und wird nach einiger Zeit fast schwarz. Wie alle Arten dieser Gattung ist er ein Mykorrhizapilz, der eine strikte Lebensgemeinschaft mit seinem Namensgeber eingeht.
🍳 Vorbereitung & Verwendung: Essbar (Guter Speisepilz) Der Hainbuchenröhrling ist ein guter Speisepilz mit festem Fleisch. Wichtig: Er muss mindestens 15-20 Minuten gut durchgart werden, da er im rohen Zustand das Gift Lektin enthält, das Magen-Darm-Beschwerden verursacht. Beim Kochen verfärbt sich das Fleisch schwarz, was den Geschmack jedoch nicht beeinträchtigt.
🍂 Ökologie & Standort: Er ist streng an die Hainbuche (Carpinus betulus) gebunden. Gelegentlich wird er auch bei Hasel gefunden, da diese botanisch eng verwandt ist. Er bevorzugt Laubmischwälder auf eher kalkhaltigen oder neutralen Böden. Er erscheint von Juni bis Oktober.
⚠ Sammelbestimmung: Raufußröhrlinge sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie dürfen nur in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf entnommen werden.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Fleischverfärbung & Hutoberfläche Achten Sie auf die Beulen am Hut und die Fleischfarbe bei Verletzung: Wenn Sie den Pilz durchschneiden, wird das weiße Fleisch erst schmutzig rosa-violett und dann violett-schwarz. Der Birkenpilz hingegen verfärbt sich im Anschnitt meist gar nicht oder nur minimal blaugrün an der Stielbasis.
4.0 cm - 12.0 cm breit; hellbraun, olivbraun, schwarzbraun; jung halbkugelig, dann polsterförmig, Oberfläche glatt, runzelig oder feldrig-rissig, feucht etwas klebrig
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Röhren bis 3 cm lang und um den Stiel auffällig tief ausgebuchtet angewachsen, schmutzig weißlich, Poren klein, weißlich, später gelbbraun, bei Berührung grauend
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 15.0 cm, max. Stielbreite 3.0 cm; zylindrisch, weißgrau, mit grauschwärzlichen Schüppchen bedeckt, Basis oft keulig
Fleisch:
im Hut bald weich, im Stiel fest, weißlich, im Schnitt rötlich, später schwarzviolettlich
Geruch:
angenehm
Geschmack:
mild
Sporen:
olivbraun bis ockerbraun (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop blass gelbbräunlich bis olivlich; Größe: 14,0–18,0 x 5,0–7,0 µm (Q-Wert: ca. 2,2–2,8), spindelförmig bis länglich-ellipsoid, glatt, dünn- bis mäßig dickwandig, meist mit feinen inneren Öltropfen (Guttulen); Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion braun bis olivbräunlich.
✘Hut: 4–12 cm breit; gelbbraun, olivbraun bis schwarzbraun; Oberfläche auffallend uneben-runzelig („hammerschlagartig“), bei Trockenheit oft feldrig aufreißend.
✘Röhren: Jung weißlich, später gelblich bis schmutzig olivgelb; am Stiel tief ausgebuchtet; auf Druck schwärzend.
✘Stiel: Schlank, zur Basis oft verdickt; weißlich-grau, besetzt mit dunkelgrauen bis schwärzlichen Schüppchen; Fleisch im Schnitt erst rötlich-violett, dann grau-schwarz verfärbend.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
RUNZELHUT & VERFÄRBUNG:
Das wichtigste Merkmal ist die Bindung an die Hainbuche (Carpinus betulus). Im Gegensatz zu anderen Raufußröhrlingen ist der Hut meist deutlich runzelig-uneben. Das Fleisch verfärbt sich nach dem Anschnitt charakteristisch über Rosa/Violett nach Tiefschwarz, was ihn sicher von der Birkenrotkappe oder dem Gemeinen Birkenpilz unterscheidet.
Sammler-Berichte
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