Blick auf die Hutunterseite. Die Lamellen zeigen hier bereits eine deutliche Rosafärbung und sind schmal am Stiel angeheftet bis fast frei. Zudem sind unterschiedlich lange Zwischenlamellen erkennbar.
Der Kreuzsporige Rötling (Entoloma conferendum) ist ein graziler, aber kräftig gefärbter Pilz, der vor allem durch seinen kegeligen bis glockigen Hut auffällig ist, der fast immer einen deutlichen, stumpfen Buckel in der Mitte behält. Die Farbe variiert je nach Feuchtigkeit (hygrophan) zwischen einem dunklen Umbrabraun und einem helleren Graubraun beim Austrocknen, wobei der Hutrand dann oft silbrig-seidig glänzt. Die Lamellen sind jung grau-weißlich und verfärben sich durch die Sporenreife charakteristisch schmutzig-rosa. Ein markantes Merkmal ist der Stiel, der deutlich silbrig-weiß längsfaserig und recht brüchig ist.
⚠ Warnhinweis: Giftverdächtig / Giftig Der Kreuzsporige Rötling wird als giftverdächtig bis giftig eingestuft. Er verursacht bei Verzehr Magen-Darm-Störungen. Da die Gattung der Rötlinge viele sehr gefährliche Giftpilze (wie den Riesen-Rötling) enthält und die Unterscheidung innerhalb der braunen Arten extrem schwierig ist, sollte auf jeglichen Verzehr verzichtet werden.
🍂 Ökologie & Standort: Er ist ein sehr anpassungsfähiger Pilz, den man in mageren Wiesen, Mooren, aber auch in Laub- und Nadelwäldern findet. Besonders häufig erscheint er auf ungedüngten Wiesen sowie unter Rotbuche, Eiche oder Fichte auf sauren Böden. Er ist von Mai bis November zu finden.
🔬 Bestimmungs-Tipp:Hutbuckel & Stielfaserung
Achten Sie auf den meist stumpfen, kleinen Buckel in der Hutmitte und den stark längsfaserigen, silbrig-weißen Stiel. Im Gegensatz zu ähnlich aussehenden Helmlingen verfärben sich die Lamellen im Alter durch das Sporenpulver immer schmutzig-rosa. Ein schwacher Mehlgeruch beim Zerreiben der Lamellen erhärtet den Verdacht.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Entoloma conferendum
Weitere Bezeichnungen:
Kreuzsporiger Glöckling, Entoloma conferendum var. conferendum
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
2.0 cm - 5.0 cm breit; dunkelbraun; jung kegelig, halbkugelig-glockig, später auch ausgebreitet, z. T. mit flachem Buckel, hygrophan, feucht durchscheinend gerieft, trocken blassbraun, im Scheitel oft etwas runzelig, Rand u. U. etwas wellig
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen schmal angeheftet bis fast frei, blass, später rosa bis bräunlichrot, ziemlich entfernt stehend
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 12.0 cm, max. Stielbreite 0.8 cm; hohl, zerbrechlich, ähnlich wie der Hut gefärbt, silbrig faserstreifig, Basis weisslich filzig und verdickt
Fleisch:
innen schmutzig weisslich, außen braungrau bis gelbgrau, brüchig, dünn
Geruch:
mehlartig
Geschmack:
ranzig
Sporen:
rosa bis rötlich (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin) bis blass gelbbräunlich; Größe: 9,0–12,5 x 7,0–10,0 µm (Q-Wert: ca. 1,1–1,4), unregelmäßig 4- bis 6-eckig (viereckig-kreuzförmig bis subquadratisch im Umriss mit deutlichen Winkeln), dickwandig; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion negativ.
✘Hut: 2–5 cm breit; meist spitzkegelig oder mit ausgeprägtem Buckel; dunkelbraun bis graubraun; stark hygrophan (hellt beim Trocknen deutlich seidig-glänzend auf).
✘Lamellen: Jung weißlich-grau, später durch die Sporenreife schmutzig rosa; breit und am Stiel angeheftet oder fast frei.
✘Stiel: Längsfaserig und seidig glänzend; grau- bis dunkelbraun; meist hohl und recht brüchig.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
MEHLGERUCH & KREUZSPOREN:
Der Pilz riecht beim Zerreiben deutlich mehlartig oder nach Gurke. Er wächst bevorzugt auf ungedüngten Wiesen, in Heiden oder an Waldrändern. Namensgebend sind die unter dem Mikroskop auffälligen, kreuzförmig-sternartigen Sporen, die ihn von vielen anderen braunen Rötlingen unterscheiden.
Sammler-Berichte
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