Der Anemonenbecherling (Dumontinia tuberosa) ist ein kleiner, becherförmiger Schlauchpilz (Ascomycet). Die Fruchtkörper sind kastanien- bis olivbraun, lang gestielt und entspringen einem schwarzen, unterirdischen Dauerorgan (Sklerotium), das direkt an den Rhizomen von Buschwindröschen parasitiert. Man findet ihn meist zeitgleich mit der Blüte seiner Wirtspflanze.
🍄 Kulinarik: Ungenießbar Der Anemonenbecherling besitzt keinen Speisewert. Er ist extrem dünnfleischig und aufgrund seiner Größe sowie seiner parasitischen Lebensweise kulinarisch völlig bedeutungslos.
🍂 Ökologie & Erscheinen: Ein spezialisierter Parasit des Buschwindröschen (Anemone nemorosa). Er erscheint im zeitigen Frühjahr von März bis Mai. Er bevorzugt feuchte Laubwälder und Auen, in denen große Bestände der Wirtspflanze vorkommen.
🔬 Bestimmungs-Tipp:Wirt & Wurzel-Check
Das sicherste Merkmal ist der Standort direkt bei Buschwindröschen. Gräbt man vorsichtig an der Basis des Stiels nach, findet man das 1–3 cm große, schwarze, knollige Sklerotium, das fest mit dem Rhizom der Pflanze verbunden ist.
1.0 cm - 3.0 cm breit; hell- bis dunkelbraun, rötlich braun; zuerst kugelförmig mit einer kleinen Öffnung, danach krug- bis becherförmig, im Alter flach schüsselförmig bis wellig ausgebreitet, z. T. auch grubig-runzelig, Außenseite meist etwas heller gefärbt als die Innenseite
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
keine Hutunterseite vorhanden, siehe Fruchtkörperbeschreibung
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 10.0 cm, max. Stielbreite 0.4 cm; meist ragt nur der obere Stielteil aus dem Boden und geht verdickt in den Becher über, er wächst mit einem 2-10 cm langen, unterirdischem, braunschwärzlichen Myzelstrang aus einem unregelmäßig knolligen, etwa 2 cm langen und außen schwarzem sowie innen weißen Sklerotium
Fleisch:
hellbräunlich, zäh
Geruch:
unbedeutend
Geschmack:
mild
Sporen:
weiß bis cremefarben (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 12,0–16,0 x 6,0–8,0 µm (Q-Wert: ca. 1,6–2,2), ellipsoid bis länglich-ellipsoid, glatt, mäßig dickwandig, oft mit mehreren kleinen Öltropfen im Zytoplasma; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid (Asci amyloid / blauschwarz an der Porenwand), KOH-Reaktion negativ.
Boden:
Kalkboden
Begleitpflanze:
Busch-Windröschen
Vorkommen / Fundorte:
LaubwaldMischwaldGärten
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
✘Fruchtkörper: 1–3 cm breit; jung tief becher- bis krugförmig, später napfartig ausgebreitet; kastanien- bis hellbraun; Innenseite glatt, Außenseite oft etwas feinsamtig.
✘Stiel: Sehr lang (bis zu 10 cm), dünn und oft tief im Boden vergraben; entspringt einem schwarzen, knolligen Sklerotium, das am Wurzelstock der Wirtspflanze sitzt.
✘Fleisch: Dünn, brüchig bis etwas zäh; bräunlich; Geruch und Geschmack neutral.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
PARASIT AN BUSCHWINDRÖSCHEN:
Der Anemonenbecherling ist untrennbar mit dem Vorkommen von Buschwindröschen verbunden. Er parasitiert deren Rhizome und bildet dort ein schwarzes Dauergewebe (Sklerotium) aus, aus dem im Frühjahr die langstieligen Becher entspringen. Er kann optisch mit dem Scharbockskraut-Becherling verwechselt werden, der jedoch – wie der Name sagt – an Scharbockskraut gebunden ist.
Sammler-Berichte
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