Blick von schräg oben. Die Hutmitte ist genabelt oder trichterförmig vertieft und etwas dunkler. Die Lamellen laufen bogig weit am Stiel herab und sind sehr entfernt stehend.
Der Heide-Flechtennabeling (Phytoconis ericetorum, syn. Lichenomphalia ericetorum) ist ein kleiner, 0,5–2 cm breiter Pilz mit einem blass-gelblichen bis ocker-beigen Hut. Dieser ist in der Mitte deutlich genabelt und hat einen fein gerieften Rand. Das Besondere ist seine Lebensweise: Der Pilz bildet zusammen mit Grünalgen (Gattung Coccomyxa) eine Flechte. Er entspringt einem flach auf dem Boden liegenden, körnigen, hellgrünen Algenlager (Thallus).
🍄 Kulinarik: Ungenießbar Aufgrund seiner winzigen Größe und der zähen Konsistenz besitzt der Pilz keinen Speisewert. Er ist zudem ökologisch sehr spezialisiert.
⚠ Status & Seltenheit: In Deutschland ist die Art in vielen Regionen gefährdet (RL 3), da ihre Lebensräume (offene Heideflächen und Moore) zunehmend schwinden.
🌵 Ökologie & Erscheinen: Er besiedelt offene, nährstoffarme und saure Standorte wie Heideflächen, Hochmoore, Torfböden und sandige Wegränder. Er wächst direkt auf dem dazugehörigen grünen Algenlager. Erscheinungszeit: Mai bis November (oft in zwei Schüben im Frühjahr und Spätherbst).
🔬 Bestimmungs-Tipp:Algenlager suchen
Achten Sie auf das hellgrüne, kleinkörnige Lager am Boden, aus dem die kleinen hellen Pilze wachsen. Die Lamellen sind weit entfernt stehend, dicklich und laufen deutlich am Stiel herab. Die Farbe ist meist viel blasser als bei den ähnlich geformten Saftlingen.
0.5 cm - 2.0 cm breit; blasscreme, cremefarben, blassgelb; erst gewölbt, dann ausgebreitet, genabelt bis trichterförmig, Oberfläche hygrophan, glatt, zur Mitte hin mehr oder weniger dunklerer Farbton, alt fast weiß ausblassend, Rand gerieft bis gekerbt
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen weit bogig am Stiel herablaufend, sehr entfernt stehend, blassgelb bis weißlich, teilweise auch gegabelt
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 3.0 cm, max. Stielbreite 0.3 cm; zylindrisch, oft verbogen, hutfarben, zur Spitze hin dunkler, Basis weißfilzig
Fleisch:
blass, dünn
Geruch:
unbedeutend
Geschmack:
unbedeutend
Sporen:
weiß (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop hyalin; Größe: 7,0–10,0 x 4,5–6,5 µm (Q-Wert: ca. 1,4–1,8), ellipsoid bis breit ellipsoid, glatt, dünnwandig, mit einem oder mehreren kleinen Öltröpfchen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion unauffällig.
Boden:
morschiges Holz, saurer Boden, feuchter Boden
Begleitpflanze:
Flechte Botrydina, Heidekraut, Torfmoos
Vorkommen / Fundorte:
MischwaldLaubholzNadelholzauf Wegenan / auf Baumstümpfenauf Laubholzresten
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
✔Hut: 0,5–2 cm breit, blass gelbbräunlich bis ockerfarben, trichterförmig vertieft (nabelartig), Oberfläche glatt bis fein bereift.
✔Lamellen: Weißlich bis blass gelblich, weit am Stiel herablaufend, entfernt stehend.
✔Stiel: Farblich dem Hut angepasst, zylindrisch, oft leicht gebogen, relativ kurz.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
BESTIMMUNGSTIPP:
Der Pilz wächst direkt aus grünlichen, krustenförmigen Algenteppichen (der flechtenartigen Lebensform). Diese Assoziation ist das entscheidende Erkennungsmerkmal.
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