Frontalansicht. Hier zwei Exemplare direkt nebeneinander. Auch hier nochmal die sich ausbreitende Hutform mit niedergedrückter Mitte und dunklerem Buckel.
Blick auf die Hutunterseite. Wir sehen bei diesem relativ jungen Exemplar noch einen leicht eingerollten Hutrand. Die weißlichen Lamellen sind leicht ausgebuchtet, mit einem Zahn herablaufend, am Stiel angewachsen.
Der Raufuß-Weichritterling (Melanoleuca verrucipes) ist ein markanter Vertreter seiner Gattung. Sein Hut ist 4–10 cm breit, flach gewölbt und rein weiß bis creme-weißlich gefärbt. Das herausragende Merkmal ist der weißliche Stiel, der von der Basis bis fast zur Spitze mit dunkelbraunen bis schwarzen Schüppchen oder Flocken besetzt ist, was ihm das Aussehen eines winzigen Birkenpilz-Stiels verleiht.
🍄 Kulinarik: Essbar Der Pilz gilt als essbar und wird aufgrund seines festen Fleisches geschätzt. Er hat einen angenehmen, schwach mehlartigen oder würzigen Geruch.
Zubereitungstipp: Da er oft auf nährstoffreichen Substraten wie Rindenmulch oder Kompost wächst, sollte er besonders gründlich gereinigt werden. Der Geschmack ist mild und pilzig.
⚠ Status & Seltenheit: In Deutschland ist der Pilz mäßig häufig, scheint sich aber als Kulturfolger in Gärten und Parks weiter auszubreiten. Er gilt aktuell als ungefährdet.
🍂 Ökologie & Erscheinen: Ein Saprobiont, der bevorzugt auf nährstoffreichen Böden, Rindenmulch, Komposthaufen oder in Parkanlagen wächst. Er ist ein typischer Kulturfolger. Erscheinungszeit: Mai bis Oktober (mit Schwerpunkt im Spätsommer).
🔬 Bestimmungs-Tipp:Der "Birkenpilz-Stiel"
Achten Sie auf die dunklen Flocken auf dem weißen Stiel in Verbindung mit den rein weißen, engstehenden Lamellen. Es gibt kaum einen anderen Lamellenpilz mit weißem Hut, der diese markante Stielzeichnung aufweist.
4.0 cm - 10.0 cm breit; weiß, cremefarben; schon früh flach ausgebreitet, mit niedergedrückter Mitte, meist mit einem dunkleren Buckel, Oberfläche trocken, lederig, matt, glatt, Rand jung eingerollt und im Alter etwas zurückgezogen
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen ausgebuchtet am Stiel angewachsen, mit Zahn herablaufend, weißlich bis gelblich weiß, untermischt, relativ eng stehend, bauchig
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 15.0 cm, max. Stielbreite 1.5 cm; zylindrisch, weiß bis weißgelb, komplett mit kleinen, nicht abwischbaren, dunkelbraunen bis schwarzbraunen Pusteln besetzt, Basis knollig verdickt und meist mit Myzel- bzw. Substratresten
Fleisch:
weiß, fest
Geruch:
süßlich-anisartig, alt unangenehm
Geschmack:
mild, nussartig
Sporen:
weiß (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop hyalin; Größe: 7,0–9,0 x 4,5–6,0 µm (Q-Wert: ca. 1,3–1,6), ellipsoid, warzig bis stachelig (Ornamentierung deutlich cyanophil und amyloid), dünnwandig, mit einem oder mehreren kleinen Öltröpfchen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz amyloid, KOH-Reaktion unauffällig.
✔Hut: 4–10 cm breit, anfangs gewölbt, später verflachend, oft wellig verbogen. Farbe hellbraun bis graubraun, glatt.
✔Lamellen: Weißlich bis cremefarben, eng stehend, ausgebuchtet angewachsen.
✔Stiel: Zylindrisch, deutlich durch dunkle Schüppchen oder körnige Punkte rau oder "berauht" (daher der Name "verrucipes"), ohne Ring.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
WICHTIGSTES MERKMAL:
Der entscheidende Hinweis für diese Art ist der deutlich rau punktierte bis schuppige Stiel, der sich optisch deutlich von anderen Weichritterling-Arten abhebt.
Sammler-Berichte